Wenn man sich ein bisschen mit Informationstechnik auskennt, wird man häufig nach Hilfe gefragt. Da fragen Freunde. Da fragen Verwandte. Da fragen die Eltern. Das kann manchmal schon etwas nervig sein. Aber ich helfe gerne, weil Menschen sich einfach einander helfen müssen, weil dann alles viel schöner ist. Trotzdem habe ich zeitgleich Wut im Bauch.
Auf der letzten Beerdigung in der Familie war meine Tante nicht in Lage vorab das Handy zu muten und es hat natürlich geklingelt. Vor einem Monat kaufte sich mein Onkel ein neues Notebook und ist nach dem Einschalten schon an der ersten Frage der Installationsroutine gescheitert. Letzte Woche konnte eine Freundin keine SMS mehr verschicken, ich habe geschlagene zwei Stunden aus der Ferne versucht, den Fehler zu diagnostizieren und am Ende war der Fehler, dass der betroffene Kontakt im Telefonbuch gar keine Handynummer eingetragen hatte.
Meine Wut richtet sich aber nicht gegen die Betroffenen oder gegen die Angst vor der Technik. Meine Wut richtet sich gegen die digitale Spaltung und gegen ein Umfeld, welches diese Spaltung zulässt. Meine Wut richtet sich auf das Bildungssystem, welches Informatik immer noch stiefmütterlich behandelt. Meine Wut richtet sich an die IT-Industrie, deren Produkte und Technologien immer noch viel zu kompliziert sind.
Wenn man nicht tapezieren oder Nägel in die Wand schlagen kann, halb so wild. Aber die Informatik durchzieht alle Lebensbereiche und das, was wir gerade erleben, ist immer noch der Anfang.
Gut gebrüllt, Löwe!
Ich schliesse mich an.
Also mich regt ja selten etwas auf, aber das regt mich wirklich auf!