Im Großraumbüro haben die Kollegen aber ganz schön Augen gemacht, als die schöne Marie telefonisch beim Arzt nicht nur für sich selbst, sondern auch für mich einen Termin vereinbart hat (und das auch noch zur gleichen Zeit). Bei uns im Büro ist es nicht oft ruhig, aber das war so einer dieser Momente.
Zwei Wochen später vor Ort in der Gemeinschaftspraxis wurde ich zuerst aufgerufen. Kaum im Sprechzimmer angekommen, sollte ich mich natürlich gleich nackig machen. Das Sprechzimmer hatte zwei Türen. Eine Tür zum Betreten und die zweite Tür führte direkt ins benachbarte Sprechzimmer. Während ich da so nackt herum lag, wechselte die Arzthelferin ständig zwischen den beiden Zimmern hin und her. Nach kurzer Zeit hörte ich aus dem anderen Zimmer die Stimme von Marie. Da hab ich schon überlegt, ob mir das jetzt zu privat ist. Marie und ich haben dann beide ein FollowUp verpasst bekommen. Das hat dann aber jeder für sich alleine wahrgenommen.
Es folgte ein ambulanter OP. Die Ärztin so: „Nicht gucken! Da sind schon ganz dicke Jungs umgefallen.“ Ich so: „So cool bin ich nicht, deswegen kann mir da nichts passieren.“ Trotzdem ist mir dann aber ganz schön anders geworden. Am Ende, die Ärztin so: „Sie können sich jetzt aufrichten, aber erst mal Sitzen bleiben, wegen dem Kreislauf.“ Daraufhin richtete ich mich auf und bin natürlich gleich aufgestanden. Und alles drehte sich (ich komme mir ja so oft vor wie ein kleines Kind).
Seit der OP zeigen uns Marie und ich manchmal im Büro gegenseitig unsere Narben und witzeln darüber. Die Kollegen konnten das bisher noch nicht enträtseln. Was auch total klar ist, weil es da eigentlich gar nichts zu enträtseln gibt.