Zimtwolke

  • 2. Juni 2020

    Als die ersten Packstationen von DHL aufkamen, war ich super begeistert, weil damit das fortlaufend nervige Problem der Paketannahme für mich gelöst wurde. Die Paketannahme ist immer noch der größte logische Konzeptionsfehler beim Online-Shopping. Leider war nicht nur ich begeistert, sondern auch viele andere Leute und die Packstation fand regen Anklang. Vor allem an Weihnachten glich die Chance auf ein freies Fach in der Packstation einem Glücksspiel. Wenn die Packstation voll war, wurden meine Pakete zur Abholung immer an die Hauptfiliale der Post am Hauptbahnhof Mannheim umgeleitet. Wenn man damals etwas in der Hauptfiliale erledigen wollte, musste man immer gute Nerven (also viel Zeit) mitnehmen. Die Wartezeit hat sich angefühlt wie in einem Freizeitpark. Der Mehrwert der Packstation hat sich damit für mich völlig ins Gegenteil verdreht und irgendwann habe ich all meine Pakete wieder zu meinen Eltern zustellen lassen. Immerhin hatte ich dann immer einen Grund sie zu besuchen.

    DHL Packstation

    Diesen Ansatz habe ich dann für viele Jahre beibehalten. Zwischendrin bekam ich aber immer wieder ein schlechtes Gewissen, weil auch meine Eltern mal nicht zuhause waren und meine Mutter dann zur Post gehen musste, um meine Pakete abzuholen. Mama (wie Mamas halt so sind) hat zwar immer gesagt, „ach das ist doch kein Problem.“, aber in Wirklichkeit hat meine Mutter genug andere Dinge um die Ohren.

    Letztes Jahr wurde dann bei uns im Stadtteil ein Amazon Locker aufgestellt. Ein Amazon Locker ist eigentlich dasgleiche wie eine DHL Packstation, nur halt exklusiv von und für Amazon. Das habe ich natürlich gleich ausprobiert. Und ich muss sagen, die Zustellung funktioniert eigentlich genauso wie bei allen anderen Dingen von Amazon – schnell, unkompliziert, reibungslos. Ich war derart begeistert, dass ich dachte, man könnte ja auch mal wieder der guten, alten Packstation eine Chance geben. Das System müßte sich mittlerweile theoretisch auch ein bisschen weiterentwickelt haben. Außerdem wurde vor ein paar Jahren die Hauptfiliale der Post am Hauptbahnhof Mannheim abgerissen, was mich zusätzlich ermutigte. Also ließ ich meine nächste Bestellung an die DHL Packstation liefern.

    Zwei Tage später erhielt ich folgende Nachricht in die DHL App auf dem iPhone.

    „Ihre Sendung konnte nicht zugestellt werden.“

    Super! Das geht ja gut los, hab ich gedacht. Die Nachricht beinhaltet komischerweise auch keine Angaben darüber, wo ich das Paket nun abholen könnte. Ich recherchierte den Zustellstatus auf der Internetseite von DHL. Dort war eine Postagentur als Zustellort angegeben. Es handelte sich um den Schreibwarenladen im Stadtteil, der immer gut besucht ist (aber nicht wegen den Schreibwaren).

    Am nächsten Tag ging ich zum angegebenen Geschäft und natürlich begrüsste mich eine sehr lange Schlange vor dem Postschalter. Zwar nicht so lange wie auf dem Hauptpostamt, aber für Schreibwarenladenverhältnisse war die schon arg lang. Als ich endlich an der Reihe war, zeigte ich die Nachricht der DHL-App vor (einen Abholschein hatte ich ja nicht).

    Postagenturfrau: Ja, DHL war gestern da und wollte die Packstation-Pakete hier abgeben. Ich habe den wieder weggeschickt!
    Marco: ?!?!?!?!
    Postagenturfrau: Wir können das nicht auch noch machen. Wir haben dafür keinen Platz. Gucken Sie doch mal, was hier los ist. Sagen Sie das „denen“!!!!
    Marco: ?!?!?!?!

    Wie jetzt? Ich soll „denen“ (also DHL) sagen, dass die Postagentur in meinem Stadtteil, keine Pakete von der Packstation annimmt? Also ob ich bei DHL einen persönlichen Ansprechpartner hätte. Wahrscheinlich hat die Postagentur da wesentlich mehr Möglichkeiten, um das „denen“ zu sagen. Die Postagenturfrau wirkte genervt, aber ich war noch viel genervter. Da lässte dir EINMAL was zur Packstation zustellen. Total verwirrt verliess ich die Postagentur.

    Kurz darauf unternahm DHL einen zweiten Zustellversuch an der Packstation und diesmal hat‘s funktioniert. Und im Nachgang muss ich der Postagentur eigentlich danken. Weil die nämlich keine Packstation-Pakete annehmen, kann DHL dort nichts hinterlegen. Ist die Packstation voll, bleibt dem DHL-Mann also nichts anderes übrig, als die Pakete wieder mitzunehmen und es am nächsten Tag erneut zu probieren. Der Prozess sitzt und funktioniert seit Monaten reibungslos. Voll super!

  • 1. Juni 2020

    Ich bin ein großer Freund von nextbike. nextbike ist ein Anbieter von Leihfahrrädern, die man per App buchen kann. In den meisten Städten funktioniert das System stationsgebunden. Das bedeutet, im Gegensatz zum Free Float Modell, wo man das Verkehrsmittel an beliebiger Stelle einfach zum Leihen aufgreifen oder wieder abstellen kann, muss man bei nextbike die Fahrräder an festen Stationen annehmen und zurückgeben. Die Stationen selbst sind dabei über die Stadt verteilt und in der Regel an urbanen HotSpots mit viel Publikumsverkehr platziert.

    Wenn man zu einer Station geht, findet man die Fahrräder in der Regel wie folgt vor. Der Station ist nicht voll belegt und die verfügbaren Fahrräder verteilen sich unregelmässig über die einzelnen Ständer.

    Nextbike Station - Unsortiert

    Im Alltag nutze ich die Fahrräder oft mehrmals täglich. Beim Ausleihen eines Fahrrads habe ich oft ein kleines Bedürfnis im Bauch und ich träume kurz davon, mir fünf Minuten Zeit zu nehmen, um die Fahrräder an der Station zu sortieren, damit alles ordentlich ist. Bislang habe ich dem Gefühl aber noch nicht nachgegeben …

    Nextbike Station - Sortiert

  • 31. Mai 2020

    Eine Sache nervt mich schon seit vielen Jahren. Und zwar würde ich gerne die Uhrzeit wissen, wenn ich im Bett liege, bevor ich aufstehe.

    Das Problem ist nämlich, wenn man die Augen aufmacht, um auf die Uhr zu schauen, ist man quasi automatisch schon wach. Und besonders am Wochenende will man ja nicht versehentlich zu früh aufstehen.

    Aber jetzt, nach vielen Jahren intensiver Denkarbeit, habe ich das Problem endlich gelöst. Und zwar habe ich mir eine Frau ins Haus geholt. Und jetzt läuft das so:

    Alexa, wieviel Uhr? Es ist 09:13!

    Und wenn 9:13 Uhr ist, dann muss ich noch nicht aufstehen, dann kann ich ruhig noch ein bißchen schlummeln, was auch funktioniert, weil ich die Augen noch nicht aufgemacht habe.

  • 18. April 2020

    In letzter Zeit habe ich mich auf Twitter kaum noch zu Wort gemeldet. Mit dem Jahreswechsel hat sich bei mir beruflich eine neue Situation eingestellt und seitdem ist meine ganze Energie in der Arbeit verschüttet. Keine Zeit für gar nichts und man rennt allen Dingen nur noch hinterher. Zwar habe ich weiterhin brav meine Timeline gelesen, aber meine Gedankenkapazität war damit irgendwie erschöpft.

    Vorletzte Woche hat dann die @schreibnudel auf Twitter (mal wieder) einen Hashtag auf mich geworfen. My Life in Pictures, 7 Tage, keine Worte, keine Personen. Obwohl ich dafür eigentlich gerade keine Nerven hatte, konnte ich trotzdem nicht Nein sagen. Schließlich hat das schon eine gewisse Tradition. Wenn mir im Internet jemand Arbeit macht, dann ist es immer die Gitte. Außerdem war das eine gute Gelegenheit twitterisch mal wieder den Anfang zu finden. Den Schneeball habe ich zwar nicht weitergereicht, aber mir trotzdem halbwegs Mühe mit den Fotos gegeben. Und weil die „Regeln“ (keine Worte, keine Personen) diesmal eher nur so mittel funktioniert haben, macht es jetzt irgendwie auch nichts mehr, über die Fotos im Nachgang noch ein paar Worte zu verlieren.

    Tag 1/7

    Keine Wörter. Keine Personen. Tag 1/7. Arbeitsplatz.

    Zur Unzeit mitten in der Corona-Krise wurden meine Projekträume auf der Arbeit in ein anderes Gebäude umquartiert. Der Umzug konnte organisatorisch leider nicht mehr verschoben werden, weil der Mietvertrag für die aktuell genutzten Räume schon gekündigt war. Zeitgleich waren die Projektmitglieder aber alle ins HomeOffice versetzt worden und niemand konnte richtig seine Sachen packen. Alles verlief also maximal chaotisch und ich war sehr froh als mein Arbeitsplatz im neuen Gebäude eingerichtet war.

    Tag 2/7

    Keine Wörter. Keine Personen. Tag 2/7. Hafermilch.

    Im Januar bin ich von „normaler“ Milch auf Hafermilch umgestiegen. Der Umwelt zu Liebe. Eigentlich darf man zu Hafermilch ja nicht Hafermilch sagen, weil der Begriff in der EU geschützt ist und nur für „an Eutern gemelkte“ Milch verwendet werden darf. Für Kokosmilch gibt es eine Ausnahme, aber für Hafermilch wurde keine Ausnahme gemacht. Deswegen steht auch auf keiner Verpackung „Hafermilch“, sondern irgendwelche Umschreibungen. Jedenfalls ist Hafermilch gerade ein großes Thema. Keine Ahnung, ob wir hier im Stadtteil überproportional viel Öko-Hipster haben, aber schon vor Corona war die Hafermilch im Supermarkt oft ausverkauft. Mittlerweile kann die Hafermilch locker mit dem Klopapier mithalten.

    Tag 3/7

    Keine Wörter. Keine Personen. Tag 3/7. Ludwigshafen und Mannheim.

    Zwischen Ludwigshafen und Mannheim wird immer ein großer Unterschied gemacht. Die Städte liegen nicht nur in unterschiedlichen Bundesländern, sondern laufen auch strukturell stark auseinander. Geographisch sind beide Städte letztlich aber nur durch den Rhein getrennt und viel stärker miteinander verwoben als man gemeinhin annimmt. Die Sperrung der Hochstraße in Ludwigshafen macht das mitunter transparent und sorgt täglich für Stau bis tief in die Mannheimer Stadtmitte hinein. Mich persönlich hat die Differenzierung zwischen Ludwigshafen und Mannheim schon immer sehr gestört. Für mich sind beide Städte irgendwie eins, mein Lebensraum. Oft wechsele ich mehrmals täglich zwischen beiden Städten hin und her.

    Tag 4/7

    Keine Wörter. Keine Personen. Tag 4/7. Kochen.

    Corona bringt gerade alle Prozesse durcheinander und alles muss sich wieder neu ausbalancieren. Mit den meisten Dingen kann ich mich problemlos arrangieren. Aber das Einkaufen kostet mich gerade echt viele Nerven. Jeden Abend sind im Supermarkt die Regale leer und alle Basics ausverkauft. Also muss man täglich sein Glück versuchen, um irgendwann zum Zug zu kommen, was aber eigentlich nicht im Sinne des Erfinders ist. Immerhin führt #StayAtHome aber dazu, dass ich wieder vermehrt Zeit zum Kochen finde, was eine schöne Entwicklung ist.

    Tag 5/7

    Keine Wörter. Keine Personen. Tag 5/7. Graffiti.

    In Mannheim hat sich über Jahre eine sehr aktive Graffiti-Szene etabliert. Durch eine Initiative des städtischen Kulturamts ist über die ganze Stadt hinweg eine Art von Open Urban Art Gallery entstanden. Dabei dürfen sich internationale StreetArt-Künstler an städtischen Gebäuden austoben und es sind unzählige großformatige Wandgemälde (Murals) entstanden. Zeitgleich gibt die Stadt fortlaufend triste Flächen an Brücken und Unterführungen für das legale Sprayen frei, wodurch sich die ganze Stadt in einen erstaunlichen Graffiti-Park verwandelt hat. Auf dem Weg zur Arbeit fahre ich mit dem Fahrrad oft an den Sprayern vorbei, die gerade an ihren Kunstwerken arbeiten. Dieses Motiv wurde gerade erst vor ein paar Tagen fertiggestellt.

    Tag 6/7

    Keine Wörter. Keine Personen. Tag 6/7. Lost Place.

    Es ist ganz komisch. Privat kann ich ohne Probleme meine Wohnung tagelang nicht verlassen und fühle mich pudelwohl. Beruflich allerdings stellt mich ein ganzer Tag im HomeOffice auf mehreren Ebenen vor gewisse Herausforderungen. Um einen mentalen Bruch zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu schaffen, mache ich nach dem Dienstschluss meist einen längeren Spaziergang und höre dabei Podcasts. Um die Nähe zu anderen Menschen zu meiden, durchlaufe ich derzeit meistens ein abseitiges Gewerbegebiet, dass abends wie ausgestorben ist. Dabei komme ich auch an einem Lost Place vorbei.

    Tag 7/7

    Keine Wörter. Keine Personen. Tag 7/7. Die Maske.

    Masken-mäßig wäre ich soweit ausgestattet. Ich muss mich allerdings noch daran gewöhnen. Fühl sich im Moment noch sehr komisch an. Die Maske selbst wurde von einer Schneiderin im lokalen Umfeld meiner Eltern genäht. Meine Mutter hat sie mir dann per Post zugestellt.

    Jetzt noch mal alle Fotos als Full-Screen-Slider, bitte!
  • 11. Januar 2020

    Es tut mir leid, aber hier noch mal ein Let‘s Build Video für euch. Nachdem ich letztens so viel Spass mit dem kleinen Batmobil hatte, wurde mir tatsächlich ein Lego-Set gespendet, damit ich noch mal ein Let’s Build Video drehen (also noch mal Spass haben) kann. Here we go!

    Ich liebe Harley Quinn! Harley Quinn ist der Wahnsinn! Die Figur wurde im Jahr 1992 von Paul Dini und Bruce Timm erfunden. Die Liebste des Jokers ist also noch nicht mal 30 Jahre alt. Für Superhelden-Verhältnisse quasi gerade erst aus den Windeln raus (zum Vergleich: Batman wurde letztes Jahr 80). Trotzdem gehört Harley Quinn im DC-Universum schon zu den ganz Großen!

    Mighty Micros: Batman vs. Harley Quinn
    Artikelnummer: 76092
    Empfohlenes Alter: 5 bis 12
    Anzahl Teile: 86
    Reihe: DC Superheroes
    Link zum Produkt

  • 9. Januar 2020

    Also das Leben bringt einen immer wieder in Situationen, die kann man sich nicht ausdenken (selbst wenn man sich beim Denken im Kopf ganz arg anstrengt).

    Das letzte Jahr hatte ich mir vorgenommen, mehr Zeit mit meinem Patenkind zu verbringen, was eigentlich auch recht gut funktioniert hat. Weil das Kind gerne schwimmen geht (dummerweise ich überhaupt nicht), waren wir auch einmal im Schwimmbad. Dieser Ausflug wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.

    Es hat schon recht holprig angefangen. Die Anfahrt zum Schwimmbad hat fast eine Stunde gedauert, deswegen musste ich sehr dringend auf die Toilette als wir ankamen. Glücklicherweise gab es gleich im Eingangsbereich des Schwimmbads ein WC. Im Foyer war nicht viel los, es hielt sich dort nur eine Familie mit zwei Kindern auf. Also habe ich gesagt, bitte warte kurz, und ging das Risiko ein, das Kind kurz alleine zu lassen, damit ich auf die Toilette konnte. Drei Minuten später, als ich von der Toilette kam, war das Kind weg. Auch von unserer großen Tasche kein Spur. Herzkasper bis zum Anschlag! Nachdem ich die nahe Örtlichkeit abgesucht hatte und kurz vor der Hyperventilation stand, öffnete sich langsam die Tür der Damentoilette und das Kind kam schmunzelnd zum Vorschein, die große Tasche vor sich herschiebend. „Ich musste auch mal.“

    Der Tag im Schwimmbad war dann aber sehr schön und wir hatten recht viel Spass. Als wir dann zum Tagesende gehen wollten, fiel mir auf, dass sich der Verschluss des Armbands an meinem Handgelenk gelöst hat. Jedenfalls war das Armband weg und damit der Schlüssel zu unserem Schließfach. Schnappatmung, schon wieder. Wir suchten alles ab, die Tasche, die Liegeplätze, die Wegstrecken, aber kein Schlüssel weit und breit. Es blieb uns also nicht anderes übrig als den Bademeister anzusprechen. In meinem Kopf bildeten sich allerhand Schreckensszenarien. Ob ich jetzt wohl bis zum Schluss bleiben muss, bis alle Gäste gegangen sind, und dann nur ein verschlossenes Schließfach übrig bleibt, und damit sicher ist, dass es meines ist?

    Schließfächer

    Der Bademeister war im Gegensatz zu mir relativ gechillt, nahm sich einen Zentralschlüssel und begleitete uns zu den Schränken. Auf dem Weg hatte ich starke Zweifel, ob ich mich überhaupt an den richtigen Schrank erinnern werde (zwischen hunderten von gleichartigen Schliessfächern). Die Nummer hatte ich jedenfalls nicht mehr im Sinn (aber immerhin beim Flur war ich mir relativ sicher). Glücklicherweise hatte sich aber das Kind den Spind gemerkt. Der Bademeister öffnete das Schloss und es war tatsächlich unser Schließfach. Ich musste danach zur Kontrolle aber noch den Personalausweis zeigen. Der Bademeister verglich das Foto mit der Wirklichkeit und sah mich skeptisch an. Und dann sagte er: „So sehen Sie gar nicht aus!“

    Es gibt so Momente, da weiß man wirklich nicht, wie man reagieren soll. Das Bild auf dem Ausweis war eigentlich noch relativ aktuell. Es zeigte mich mit dunklem Pullover, weißem Hemd und recht adrett zurecht gemacht. Aber jetzt gerade stand ich nackt und nass und genervt im Umkleidebereich rum. Da können schon Bilddifferenzen auftreten. „Okay, okay! Die Brille. Die Brille stimmt.“ sagte der Bademeister und ging wieder seiner Wege.

    Wir nahmen unsere Sachen, verschwanden in eine Kabine und zogen uns um. Nachdem auch die Haare geföhnt waren, gingen wir zum Ausgang (der auch der Eingang war). Dort herrschte mittlerweile sehr viel Trubel und unzählige Leute kamen und gingen. Am Drehkreuz steckte zuerst das Kind seine Karte in den Schlitz und ging durch. Dann ich, aber die Drehtür akzeptierte leider meine Ausgangskarte nicht. Das Kind war natürlich schon draussen und verschwand irgendwie in der Menge. Herzkasper on!

  • 4. Januar 2020

    Die Systemgastronomie und ich haben ein eher zwiespältiges Verhältnis. Ich find‘s nämlich ziemlich nervig, wenn man sich immer erst einmal damit beschäftigen muss, wie ein Restaurant „funktioniert“. Ich stelle mich auch nicht gern an Theken an, um meine Bestellung aufzugeben. Einen Pager am Tisch, um die Servicekraft zu rufen, find ich ebenfalls nur so mittel. Und letztens war ich in einem Restaurant, das kocht unter der Woche seine Speisen in normaler Portionsgröße, aber am Wochenende gibt‘s die gleiche Karte nur im Tapas-Format. ALTER!!!!

    Auf der anderen Seite gibt es aber auch Konzepte, denen ich offener gegenüberstehe. Zum Beispiel, wenn man seine Speisen mit einer App (auf dem Smartphone) bestellen kann, was ich letztens das erste Mal ausprobierte habe. Bei Oh Julia in Mannheim funktioniert das so, dass man eine App öffnet und die Bestellung (ähnlich wie bei Lieferando) einfach zusammen klickt. Zum Schluss scannt man am Tisch einen Barcode und dann wird alles superdigitalisiert an die Küche übermittelt und irgendwann bringt der Kellner das Essen vorbei.

    Das hat schon ein paar Vorteile.

    1. Der Stress, sich zügig einen Überblick über die Karte zu machen und sich schnell für ein Gericht zu entscheiden, weil der Kellner gleich kommt, fällt komplett weg. Umgekehrt muss man auch nicht auf den Kellner warten und kann immer sofort bestellen, wenn man soweit ist.
    2. Mit der Bestellung einhergehend wird auch die Zahlung über die App durchgeführt. Den Geldbeutel kann man theoretisch zuhause lassen. Wenn man zum Schluss aufbrechen möchte, muss man also nicht mehr den Kellner für die Rechnung rufen, sondern kann einfach aufstehen und gehen.

    Allerdings gibt es auch Schwachstellen im Prozess. Nachdem ich nämlich die Bestellung abschickt hatte, bemerkte ich, dass der Tisch wackelt. Umsetzen ging jetzt aber nicht mehr, weil die Bestellung auf den Tisch referenzierte.

  • 29. Dezember 2019

    Ich mache immer wieder den Fehler, auf Twitter zu posten, dass ich Urlaub habe. In der Regel werde ich danach gleich von der Familie in Beschlag genommen. Jedenfalls habe ich meiner Schwester versprochen, dass ich am letzten Freitag vor Weihnachten das Kind von der Schule abhole, in die Tanzschule zum Hip-Hop bringe und danach noch irgendwas mit Kind unternehme, damit meine Schwester in Ruhe ein paar Dinge erledigen kann.

    Wenn ich Zeit mit dem Kind verbringe, ist vorher erstmal eine ausgiebige Recherche angesagt. Wie wird das Wetter? Was für Freizeitmöglichkeiten und Veranstaltungen gibt es in den umliegenden Städten, die für Kinder geeignet sind? Gibt es Alternativen vor Ort, falls sich das Ausgesuchte doch als unpassend herausstellt? Eine Woche zuvor waren wir in Mannheim Schlittschuhlaufen gewesen, was dem Kind recht viel Spass gemacht hat. Deswegen schaute ich als Erstes, ob es am Wohnort meiner Schwester vielleicht eine temporäre Eisbahn gibt und ich hatte Glück. Blöderweise war dann aber Regen gemeldet. Jedoch ergab die nächste Google Suchanfrage, dass die Eisbahn überdacht ist, und somit stand das Programm.

    Einen Tag vorher meldete sich dann meine Schwester, das Kind wolle diese Woche nicht ins Hip-Hop, ich könnte es also auch etwas später von der Kinderbetreuung abholen. Ich wunderte mich, denn normalerweise hat das Kind viel Freude am Hip-Hop. Ich fragte nach den Gründen und erhielt folgende Antwort.

    In der letzten Stunde vor Weihnachten dürfen die Eltern zuschauen und Fotos machen. Und bestimmt würden dann auch einige die Fotos auf Instagram posten, was das Kind nicht will.
    (Gedanken und Beweggründe einer Siebenjährigen)

  • 18. November 2019

    Letzte Woche habe ich mich beim Einkaufen von Lebensmitteln im Supermarkt versehentlich zum Regal mit den Spielwaren verirrt. Jedenfalls habe ich kurz danach mein erstes Let‘s Build Video gedreht.

    Vielleicht wird aus mir doch noch mal ein YouTuber (das hat viel Spass gemacht). Und hier noch ein paar Impressionen vom schönen Batmobil.

    Batman vs The Riddler Robbery
    Artikelnummer: 76137
    Empfohlenes Alter: 4+
    Anzahl Teile: 59
    Reihe: DC Superheroes
    Link zum Produkt

  • 17. November 2019

    Die längste Zeit in meinem Leben hatte ich eine ziemlich umständliche Morgenroutine.
    Und zwar ungefähr so.

    1. Aufstehen
    2. Müde ins Bad gehen
    3. Duschen
    4. Zurück ins Schlafzimmer
    5. Untenrum anziehen
    6. Zurück ins Bad
    7. Rasieren
    8. Zurück ins Schlafzimmer
    9. Obenrum anziehen
    10. In die Küche gehen
    11. Frühstücken
    12. Zurück ins Bad
    13. Zähne putzen
    14. Und los

    Der Knack- und Angelpunkt war natürlich das Bad. Vor allem wenn man um das Bad „konkurrieren“ musste. Zu meiner Schulzeit bei meinen Eltern war das immer ein Drama. Das Ding ist nämlich, immer wenn man mal (wenn auch nur kurz) aus dem Bad heraus war, konnte jemand anderes ins Bad hinein und es gefühlt ewig in Beschlag nehmen. Und dann konnte man nichts anderes machen als warten. Natürlich hat in solchen Situationen immer auch die Uhr gedrückt. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mich einmal in der Schule fürs Zuspätkommen entschuldigt habe mit der Begründung, das Bad wäre besetzt gewesen.

    Irgendwann (nach vielen Jahren; eigentlich noch gar nicht so lange her) kam ich auf die Idee diesen Prozess mal zu optimieren. Und jetzt läuft das so.

    1. Aufstehen (vorher aber stundenlang snoozen)
    2. Zombiemässig ins Bad
    3. Duschen
    4. Rasieren
    5. Zurück ins Zimmer (eventuell auf dem Weg wiegen)
    6. Anziehen
    7. In die Küche
    8. Kaffee trinken (was früher mal Frühstücken war)
    9. Zurück ins Bad
    10. Zähne putzen
    11. Und los

    Zwar muss ich mir schon lange nicht mehr das Bad mit jemand anderem teilen, aber jetzt ist der Ablauf viel logischer aufgebaut, was für sich genommen ja auch schon ein Achievement ist. Ehrlich gesagt war es mental auch gar nicht so einfach, die langjährige Routine zu durchbrechen, was irgendwie schwierig zu erklären ist. Aber egal, jetzt ist alles supi mit der Morgenroutine.