Ich gehöre zu denjenigen Leuten, die sich ein Datum im Kalender eher schwer merken können. Als Jugendlicher war ich deswegen sehr von meinen Tanten und Onkels beeindruckt; die wußten beispielsweise immer ganz genau und wie aus der Pistole geschossen, wer in der Familie wann Geburtstag hatte. Ich hingegen konnte mir den Geburtstag von Mama eigentlich nur merken, weil sie am gleichen Tag Geburtstag hatte wie Axl Rose. Heute muss man sich die Geburtstage zum Glück ja nicht mehr merken, die stehen jetzt alle im Smartphone.
Man kann aber leider nicht alle Datümer im Smartphone nachgucken (ja, ich weiß, der Plural von Datum ist Daten; das fühlt sich aber erstens im Bauch voll komisch an, zweitens verbinde ich damit „andere“ Daten). In diesen Fällen versuche ich mir die zeitliche Verdrahtung meistens mit Hilfe von Assoziationen zu merken. Zum Beispiel habe ich mich von meiner ersten großen Liebe im gleichen Jahr getrennt, wo ich mit dem Zivildienst angefangen hab. Oder meine Berufsausbildung habe ich in dem gleichen Jahr begonnen, wo der 11. September geschah.
Aber es gibt auch noch andere Brücken. Wenn ich beispielsweise wissen möchte, wie lange ich schon in Mannheim wohne, zähle ich immer Bewohnerparkausweise.
13 Bewohnerparkausweise, einen Ausweis abziehen, weil das Jahr gerade erst angefangen hat, also wohne ich schon 12 Jahre in Mannheim.